TRANSgender DAY OF REMEMBRANCE

AM 20. NOVEMBER WIRD JÄHRLICH DER TRANSGENDER DAY OF REMEMBRANCE (TDOR) ZUM GEDENKEN AN DIE OPFER TRANS*PHOBER GEWALT BEGANGEN.

Trans*phobe Gewalt

Was ist Trans*?

Von Trans* spricht man, wenn das innere Wissen einer Person, welches Geschlecht sie hat (Geschlechtsidentität), nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Diese Menschen kommen mit einem männlichen oder weiblichen Körper zur Welt, sie identifizieren sich aber als das andere Geschlecht, als zwischen den Geschlechtern oder als ein bisschen von beiden. Trans* ist ein Überbegriff, der Stern steht dabei für die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten. Begriffe, die ebenfalls für Trans* verwendet werden, sind z. B. Transgender, Transidentität oder Transsexualität.

Weltweite Diskriminierung, Hass und Gewalt
In der westlichen Welt gibt es wenig Platz für Menschen, die sich zeitweise oder dauerhaft zwischen oder ausserhalb des zweigeschlechtlichen Systems bewegen. Andere Kulturen erlauben oft mehr Möglichkeiten, die eigene Geschlechtsidentität auszuleben. In Indien, Nordamerika, Mexiko, Albanien, Thailand oder auf Samoa gibt es ein drittes, manchmal sogar ein viertes oder fünftes Geschlecht, was oft auch an eine bestimmte Rolle innerhalb dieser Gesellschaften geknüpft ist. Doch auch dort sind diese Menschen nicht unbedingt vor Ausgrenzung oder Gewalt geschützt.

Besonders prekär ist die Situation für Trans*frauen (Frauen, denen bei Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde): Oft müssen sie sich für das pure Überleben, die Hormontherapie oder Operationen prostituieren oder sind in schlecht entlöhnten Stellungen beschäftigt. In vielen Ländern stehen Trans*frauen am Rande der Gesellschaft, von ihren Familien und von staatlichen Strukturen vernachlässigt. Ihnen schlägt offener Hass entgegen – und Gewalt, bis hin zu Mord.

Eines der letzten Opfer der Trans*feindlichkeit ist die junge Trans*frau Hande Kader. In der Türkei setzte sie sich als Aktivistin für die Rechte von Trans*menschen ein, musste selbst aber als Sexworkerin arbeiten. Im August wurde sie in einem wohlhabenden Stadtteil Istanbuls tot aufgefunden: vergewaltigt, verstümmelt und anschliessend verbrannt. Behörden und Polizei sind oft untätig, wenn es darum geht, Diskriminierungen und Gewalt aufzuklären – vielfach verstärken sie diese noch.